Soll man jetzt die Hypothek amortisieren?

Ende September 2025 hat die Schweizer Stimmbevölkerung der Abschaffung des Eigenmietwerts zugestimmt. Konkret bedeutet dies zweierlei: Erstens wird der Eigenmietwert künftig nicht mehr dem steuerbaren Einkommen angerechnet, zweitens können die Hypothekarzinsen und der werterhaltende Unterhalt nicht mehr bei den Steuern in Abzug gebracht werden. Da kommt natürlich schnell die Frage auf, ob es sich nun lohnen würde, die Hypothek zu amortisieren – also zurückzuzahlen. Eine abschliessende Antwort gibt es dazu nicht. Eines ist aber klar: Da der Eigenmietwert frühestens im Jahr 2029 wegfällt, hat man für den Entscheid noch etwas Zeit.

Ob sich dannzumal die Amortisation lohnt, hängt in erster Linie davon ab, was mit dem dafür verfügbaren Geld sonst gemacht würde. Ist man risikoscheu und legt deshalb das Kapital nicht an der Börse an, lohnt sich die Rückzahlung der Hypothek oder zumindest eines Teils davon. Denn Guthaben auf Bankkonten werfen kaum einen nennenswerten Zins ab – jener, der für die Hypothek bezahlt werden muss, liegt sicher darüber. Für diejenigen, die das Geld investieren, rechnet sich eine Amortisation in den meisten Fällen hingegen nicht – trotz Wegfalls des Eigenmietwerts. Dies liegt daran, dass die Rendite aus dem investierten Kapital in der Regel höher ausfällt als die Einsparung bei den Hypothekarzinsen.

Was bei diesen Überlegungen auch nicht vergessen werden darf: Man sollte grundsätzlich nur so viel amortisieren, dass immer noch genügend flüssige Mittel vorhanden sind – zum Beispiel für unvorhergesehene Ausgaben oder für künftig notwendige Unterhalts- und Renovationsarbeiten am Haus. Insbesondere Rentner:innen oder Personen, die kurz vor der Pensionierung stehen, müssen diesbezüglich aufpassen. Es sollte vermieden werden, dass ihnen nach der Amortisation das Geld für den Lebensunterhalt fehlt, weil das gesamte Kapital dann im Eigenheim gebunden ist.