Auch beim Erwerb einer Liegenschaft kauft das Auge mit: Kommt das Haus rundum erneuert daher, ist die Käuferschaft eher bereit, einen höheren Preis zu zahlen. Das glauben jedenfalls viele, die ihr Eigenheim verkaufen möchten. Die Annahme, dass sich bei einem in die Jahre gekommenen Gebäude eine Renovation vor dem Verkauf in jedem Fall auszahlt, ist aber falsch.
Je nach Standort des Hauses und den Eckdaten des Grundstücks beeinflussen andere Faktoren den Preis wesentlich stärker. Bei einem unternutzten Grundstück beispielsweise kann es sein, dass die Käuferschaft das darauf stehende Haus abreisst und durch einen Neubau ersetzt. Das für die Renovation eingesetzte Geld wäre dann eine Fehlinvestition. Auch wenn das Haus doch von der Käuferschaft weitergenutzt wird, bringt eine einfache Renovation – beispielsweise ein neuer Anstrich in den Zimmern – preislich erfahrungsgemäss nicht viel. Im Gegenteil: Ein Neuanstrich könnte allenfalls den Eindruck erwecken, dass Mängel verdeckt werden sollen. Die Sanierung von veralteten Bädern oder eine brandneue Küche macht oft ebenso wenig Sinn, denn auch wenn die Räume so zwar wieder viel ansprechender wirken, besteht das Risiko, den Geschmack der Käuferschaft nicht zu treffen. Diese ist in solchen Fällen nicht bereit, für das neue Bad oder die neue Küche einen höheren Preis zu zahlen, da sie diese unter Umständen sogar völlig anders gestalten würde.
Nichtsdestotrotz ist es mit Blick auf den Verkaufspreis wichtig, dass die Liegenschaft bei Besichtigungen einen anständigen Eindruck macht. Besonders der Umschwung sollte gepflegt wirken, mit geschnittenen Büschen und gemähtem Rasen. Die Räumlichkeiten sollten hell, sauber und aufgeräumt sein. Dazu lohnt es sich, die Fenster zu putzen, die Storen oben zu lassen, Vorhänge zurückzuziehen, gut zu lüften und am Abend oder bei schlechtem Wetter für eine ausreichende Beleuchtung zu sorgen.