Schätzungen zufolge sind die Hälfte aller Einfamilienhäuser hierzulande unterbelegt. Häufig liegt dies daran, dass die Kinder ausgezogen sind und die Eltern allein im inzwischen zu gross gewordenen Haus wohnen. Gleichzeitig bieten die zugehörigen Grundstücke oftmals Ausnutzungsreserven, sei es aufgrund ihrer Grösse oder weil das Land zwischenzeitlich aufgezont und die Ausnutzung erhöht wurde. In diesen Situationen bieten sich verschiedene Strategien an, um Haus und Grundstück weiterzuentwickeln beziehungsweise etwas gegen die Unterbelegung zu tun.
Bei geeigneten Häusern kann man beispielsweise eine Unterteilung in mehrere Wohneinheiten prüfen – eventuell auch in Kombination mit einer Aufstockung oder einem Anbau, um zusätzliche Fläche zu erhalten. So besteht die Möglichkeit, vor Ort zu bleiben und gleichzeitig mehr Wohnraum zu schaffen. Auf diese Weise können beispielsweise auch mehrere Generationen zusammen in der Liegenschaft wohnen. Eine andere Variante ist der Ersatz der Liegenschaft durch einen grösseren Neubau mit mehreren Wohnungen. Diese kann man entweder weiterverkaufen, an die Kinder weitergeben oder vermieten. Falls gewünscht, kann dann eine Einheit für den Eigenbedarf genutzt werden.
Erfahrungsgemäss gut geeignet für eine bauliche Weiterentwicklung sind freistehende oder einseitig angebaute Häuser aus der Zeit vor 1995. Diese verfügen in der Regel über ausreichend grosse Grundstücke mit entsprechenden Ausnutzungsreserven. Um zu prüfen, was auf der eigenen Parzelle möglich ist, sollte man als Erstes eine Potenzialanalyse durch eine Fachperson durchführen lassen. Dabei werden die Wünsche der Eigentümerschaft eruiert sowie die baurechtlichen und finanziellen Fragen geklärt. Auf dieser Grundlage kann anschliessend ein konkretes Projekt entwickelt und umgesetzt werden.