Immer heissere Sommer, längere Trockenperioden und tropische Nächte mit Temperaturen über zwanzig Grad gestalten den Alltag in den Schweizer Städten während der Sommermonate etwas mühseliger. Deshalb wird im dicht bebauten urbanen Raum vermehrt auf das Prinzip der Schwammstadt gesetzt. Was steckt aber hinter diesem Begriff und was kann man als Besitzer:in einer Liegenschaft dazu beitragen?
Bei der Schwammstadt geht es vereinfacht darum, dass Regenwasser – analog zu einem Schwamm – vor Ort vom Boden oder einer Dachfläche aufgesogen wird und nicht vollumfänglich durch die Kanalisation abfliesst. Das gespeicherte Wasser verdunstet dann an heisseren Tagen und trägt so zur Kühlung der Umgebung bei. Es kann aber auch zur Bewässerung von Pflanzen und Bäumen dienen, die aufgrund des Kühleffekts durch Verdunstung ebenfalls zur Senkung der Temperaturen beitragen. Stark versiegelte Flächen, Flachdächer ohne Begrünung oder Dachentwässerungen, die direkt in die Kanalisation führen, stehen dem Konzept entgegen. Während bei Neubauten, grossen Sanierungen und der Umgestaltung von Strassen sowie öffentlichen Plätzen entsprechende Massnahmen zunehmend berücksichtigt und in einigen Gemeinden sogar vorgeschrieben werden, ist bei bestehenden Immobilien vor allem die Initiative der Eigentümerschaft gefragt.
Zielführende Massnahmen sind etwa die Begrünung von Flachdächern bei der Sanierung oder deren Ausgestaltung als sogenannte Retentionsdächer, die Wasser über längere Zeit aktiv speichern können. Hilfreich ist es ausserdem, Parkplätze mit wasserdurchlässigen Belägen auszustatten sowie unnötig versiegelte Flächen aufzubrechen und mit Bäumen, Sträuchern und Pflanzen zu begrünen. Es sollten Lösungen gesucht werden, damit Dachwasser, das derzeit in die Kanalisation fliesst, direkt auf dem Grundstück versickern kann. So kann das Mikroklima verbessert werden.